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Guten Tag!

Endlich meldet sich ein Wissenschaftler zu Wort, dessen Aussagen nicht als Propaganda der Deutschen Bahn für ein Prestigeprojekt abgetan werden können. Doch leider haben diese Aussagen keine große Reichweite, sie stehen nur in einer von zwei Lokalzeitungen im Bielefelder und Herforder Lokalteil, im Internet hinter einer Bezahlschranke. Die Verbreitung reicht nicht bis in die Landkreise von Lippe bis Schaumburg. Die Fragen der Redakteurin (unten nicht wiedergegeben) zeigen, wie sehr es wirkt, dass Bürgerinitiativen das Neubauprojekt zu einem Monster aufgeblasen haben und eine sachliche Diskussion erschweren.


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Wissenschaftler plädiert für die Neubaustrecke Bielefeld – Hannover

In der „Neuen Westfälischen“, Lokalteil Bielefeld, erschien am 8. 10. 2024 ein Interview mit dem Historiker Christopher Kppper.

<Zitat aus dem Presseartikel>

„Auf lange Sicht zahlen sich Kt-Trassen aus.“ Christopher Kopper von der Uni Bielefeld, Experte für die Geschichte des Verkehrs und der Verkehrspolitik, erklärt, warum reflexhafte Abwehr der Milliarden-Pläne auf den ersten Blick verständlich, auf den zweiten Blick aber falsch ist.
[…]
Kopper: „Zwischen Bielefeld und Berlin fährt der Zug bis Wolfsburg auf der Trasse für alle, und wenn da Züge von unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren – ICE, Regionalzüge, Güterzüge – kommt es wegen überlasteter Gleistrassen zu Schwierigkeiten. So müssen häufiger die Regionalzüge zwischen hier und Hannover etwas länger warten, um einen verspäteten ICE vorzulassen.“[…] „So gesehen, ist dieses Vorhaben eines Deutschlandtaktes im Prinzip europaweit einmalig für ein so großes Land wie Deutschland. Frankreich hat das trotz TGV nicht.“

NW: Was sagen Sie jenen, die es für besser halten, das viele Geld zuallererst mal dazu zu nutzen, das bestehende System so gut es geht zu verbessern?
Kopper: „Im Bestand bauen heißt auch, Kapazitäten zu erweitern, und das geht nicht ohne Eingriffe. Wenn man sagen würde, wir brauchen noch ein fünftes Gleis zwischen hier [Bielefeld] und Minden, hätte das auch Folgen für die Durchfahrt durch Brake und durch andere Orte. Oder wenn die Bahn zwischen Minden und Wunstorf zwei Gleise bauen würde, würde sie einigen Häusern nicht nur den Vorgarten abrasieren. Eine hullinvasive Lösung gibt es nicht.“

NW: Es ist abzusehen, dass die Pläne in OWL von vielen Seiten beklagt werden und sich – vielleicht auf Jahrzehnte -gar nichts bewegen kann. Sollte man es nicht lieber gleich ganz lassen?
Kopper: „Das ist ein Projekt, das einen langen Atem braucht, vor allen Dingen auch die bauliche Umsetzung. Der Plan für den Bau der ersten langen Neubaustrecke zwischen Hannover und Würzburg wurde beispielsweise schon 1973 gefasst. Eröffnet wurde sie 1991. Wir haben in Deutschland natürlich lange Realisierungszeiten, was auch daran liegt, dass die Länder beteiligt sind. Wir sind ein föderativer Staat, anders als in Frankreich, was auch gut ist. Zudem gibt es eine Rechtswege-Garantie. Und auch das ist gut so. In Frankreich setzt sich der Staat viel schneller und leichter über die Bedenken von Anliegern hinweg.“ […]

NW: Sie haben sich mit der Geschichte der Bahn befasst. Wann ist die DB aufs falsche Gleis abgebogen? Wie hätte der heutige Zustand mit Sanierungsstau und großen Pünktlichkeitsproblemen verhindert werden können?
Kopper: „Es fängt schon in den 30er-Jahren an, als in der Nazizeit 5 Milliarden Reichsmark in die Autobahn gesteckt werden, aber kaum Geld ins Schienennetz. Dann kam der Wiederaufbau nach dem Krieg in den 50er-Jahren. Nach damaligem Stand zwei Milliarden D-Mark, die die Bahn aus eigener Kraft finanzieren musste, obwohl sie schon damals finanziell überfordert war. Folge war, dass sich die Modernisierung des Schienennetzes verzögerte. Es gab dann eine Investitionswelle in den 70er-Jahren: Beginn des Ausbaus des Schienennetzes, Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken und von S-Bahnstrecken. In den 90-er-Jahren die sogenannte Bahnprivatisierung, die ja gar keine ist. Es war ein richtiger Schritt, um die Bahn von bürokratischen Fesseln zu lösen, ihr Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, aber dann leider Gottes in den 2000er-Jahren die dumme Idee, die Bahn an die Börse zu bringen. Das Problem: Es wurde in das Schienennetz zu wenig investiert. Unter diesen rückständigen Investitionen leidet das Schienennetz noch heute.“

NW: Was würden Sie den Bielefeldern und den Menschen in OWL zur ICE-Trasse jetzt raten?
Kopper: „Alle zwölf Varianten gut anschauen: Man wird ziemlich bald sehen, welche Variante für die gesamte Streckenlänge die beste ist. Und sich dann in Städten und Regionen umschauen, beispielsweise zwischen Köln und Frankfurt, wo man eine neue Strecke gebaut hat. Nach meiner Kenntnis ist man heute in allen diesen Regionen über die Neubaustrecken glücklich. Zwischen Köln und Frankfurt hat es auch zur Neuansiedlung von Unternehmen geführt. Auf lange Sicht zahlen sich Neubaustrecken für die Volkswirtschaft und für die Lebensqualität der Menschen immer aus.“

Zur Person
Prof. Dr. Christopher Kopper unterrichtet an der Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld. […] Kopper hat sich intensiv mit der Historie der Deutschen Bahn von Anfang des 20. Jahrhundert bis heute befasst. […] Kopper ist Mitglied der SPD und als solches nicht froh über die ablehnende Haltung seiner Partei zum

<Zitat Ende>

Das vollständige Interview ist für Abonnenten hier einsehbar:
https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/23956901_Neubautrassen-lohnen-sich-Konflikt-um-ICE-Schnellstrecke-durch-Bielefeld.html

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Wichtiges aus Regionalkonferenzen

Die Planer der DB stellen in regionalen Konferenzen Einzelheiten zu den Trassen vor. Die Dokumente enthalten Informationen, die über das rein lokale Interesse hinaus von Bedeutung sind. Hierzu geben wir Hinweise.

Wie sind die vorgestellten Trassen entstanden?

Überprüft wurden sehr viel mehr Trassenvarianten. Aufgrund einer vergleichenden Bewertung von Segmenten wurden diejenigen Varianten weiter verfolgt, die die günstigste Bewertung erhielten.
Details hierzu wurden hier vorgestellt:
Abschnitt Seelze – Lindhorst / Barsinghausen:
https://www.hannover-bielefeld.de/system/files/unterlagen/DB-InfraGO_Folien_Regional-Treffen_Bad-Nenndorf_2024_Trassen.pdf
ab Blatt 12.
Damit ist nicht ausgeschlossen, dass im laufenden Schritt der Überarbeitung auf solche Trassen zurückgegriffen wird, falls sich auf den vorgestellten Trassen unerwartete Probleme ergeben.

Details zur Anbindung Seelze

Diese und ein Vergleich und in diesem Dokument aus dem Regionaltreffen vom dargestellt:
https://www.hannover-bielefeld.de/system/files/unterlagen/DB-InfraGO_Folien_Regional-Treffen_Bad-Nenndorf_2024_Anbindungen.pdf

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Termine

Info-Märkte der DB-Planer
28.10. Stadthagen
6.11. Bückeburg
14.11. Herford
Details und weitere Termine sind hier ersichtlich:
https://www.hannover-bielefeld.de/dialog/kalender



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Rainer Engel, Referent Deutschlandtakt